Wie die oberschwäbische Welt erschaffen wurde

Zwei vergnügliche und zugleich tiefgehende Stunden erlebten die ca. 100 Besucher am vergangenen Sonntagnachmittag in der Andreaskirche.

Gemeinschaftlich hatten Schwäbischer Albverein, der Verein schwäbische mund.art, die evangelische Kirchengemeinde und die Eninger Kultur-Initiative die Gruppe um Marlies Grötzinger aus Oberschwaben eingeladen.

Die von Hugo Brotzer überarbeitete Fassung des in Reimen gehaltenen Werkes „D’Schöpfung“ von Pater Sebastian Sailer wurde in Form einer Lesung in drei Aufzügen vorgetragen.

Die Begrüßung übernahmen Pfarrer Johannes Eißler, Hermann Walz SAV und Roland Maier EKI.

Zunächst schilderte  Barny Bitterwolf die geschichtlichen Hintergründe und untermalte auch musikalisch mit Gitarre und einem alphornähnlichen Instrument die Verhältnisse im 18. Jahrhundert im Kloster  Obermarchtal.

Dann machte sich Gott Vater (Gerhard Bopp) ans Werk, um aus zunächst nichts die Welt in 7 Tagen zu erschaffen. Dabei assistierte ihm der Erzengel Gabriel (Dietmar Steimer).

Der derbe und doch prägnante oberschwäbische Dialekt sorgte des Öfteren für Schmunzeln und Gelächter.

Dass nach dem Erschaffen der Welt das Paradies sich rings um Bussen und Schussen bis zum Bodensee erstreckte, ist kein Wunder. Ist es doch noch heute dort zumindest landschaftlich paradiesisch und nah am Himmel.

Die Erschaffung  von Adam aus oberschwäbischem Dreck und Lehm war ein arges Geschäft für Gott Vater, aber als der Adam ( Barny Bitterwolf) dann zum Leben kam, wurde es bunt und lebhaft.

Nach der Pause war dann die Erzählung dran, wie Eva geschaffen wurde. Adam freute sich zunächst saumässig, aber dann wurde er doch narred und hätte sie am liebsten zurückgegeben.

So richtig schwäbisch wurde dann die Szene mit der Schlange am Baum und dem Apfel, der viel besser schmeckt, als das räse Obst aus dem eigenen Garten.  Und  gottähnlich lässt es einen auch noch werden .

Dann kam aber das Donnerwetter von Gott Vater, der die beiden aus dem Paradies am Bussen vertrieb und ihnen beschwerliche Arbeit verhieß. Adam gab Eva die Schuld und sie ihm.  Die Aufgabenverteilung wurde dann von den Beiden geklärt. Er bestimmt außen herum, aber sie in Haus und Hof.

Viel Beifall erhielten die Akteure und ergänzend trug Marlies Grötzinger dann noch ein Gedicht vor mit der Überlegung, wie es wäre, wenn er Eva zuerst erschaffen hätte.

Die Veranstalter dankten dem aufmerksamen Publikum und den Darstellern.

hw