Von Herrschern und Untertanen rund um den Hohenasperg

Mit Bus und Bahn machte sich eine Gruppe der Ortsgruppe Eningen des Schwäbischen Albvereins mit 29 Teilnehmern auf, um in Asperg den „höchsten Berg Deutschlands“ ( oben ist man in 30 Minuten, bis man wieder herabkommt kann es Jahre dauern), so die Redensart.
Keltische Fürstensitz, dann Festung, ist seit Anfang des 18. Jahrhunderts Gefängnis, heute Vollzugskrankenhaus der baden-württtembergischen Gefängnisverwaltung.
Ein Teil der Anlage ist freizugänglich mit einem eindrucksvollen Tor und Terrassen mit schönen Ausblicken in das Umland – sehenswert ist auch das Museum, das die Geschichte des Bauwerks und die Schicksale von Gefangenen über die Jahrhunderte aufzeigt.
Bei herrlichem herbstlichen Sonnenschein führte der Weg hoch durch das „Schwitzgässle“, vorbei an Weinbergen in die Festung mit ihren dicken Mauern.
Christian Friedrich Daniel Schubert (1739 – 1791) war einer der prominenten Gefangenen und war 10 Jahre eingekerkert, weil er die absolutistische Regierung des Herzogs Karl Eugen anprangerte. Hermann Kurz hat diese Periode in seinem Buch „Schillers Heimatjahre“ in Romanform beschrieben.

Nach einer ersten Pause auf der Aussichtsplattform der Festung, lenkten die Wanderführer Ingeborg Renk und Hermann Walz die Gruppe durch Streuobstwiesen mit ruhigen Wegen, vorbei am Freibad Asperg in den Park des schönen Lustschlosses Monrepos, wo im Sonnenschein eine weitere Rast eingelegt wurde.
Erbaut als Jagdpavillon, wurde Monrepos unter Herzog Carl Eugen als barockes Lustschloss mit Tierpark umgestaltet.
Hier trafen sich 1815 auch der Kaiser von Österreich und der Zar von Russland.
Heute dient das Gelände als Naherholungsgebiet mit Golfplatz und Hotel.
Nunging es auf einer kerzengeraden Strecke durch den Wildpark zum Schloß Favorite.
Dieses barocke Lust- und Jagdschlösschen, das z. Zt. renoviert wird, ist umgeben von einem Tierpark mit verschiedenen
Wildarten, wie z.B. Muffelwild. Bis 2014 wurde hier die Fernsehsendung ‚Nachtcafé aufgezeichnet.
In und um das Schloß Ludwigsburg war wegen der „Kürbisprämierung“ viel Betrieb, ebenso in der Innenstadt, wo das „Kastanienbeutelfest“ viele Besucher anlockte.
Schloss und Stadt wurden von Herzog Eberhard Ludwig nach dem Vorbild von Versailles im Barockstil am Reissbrett geplant.
Es demonstriert die Macht der Herrscher des Absolutismus.
Zeitweise war Ludwigsburg Hauptstadt des Königreichs Württemberg. Wegen des sittenlosen Lebenswandels von Herzog
Eberhard Ludwig, er lebte dort mit seiner Mätresse, auch als ‚Lumpenburg’ bezeichnet.

Durch den Trubel gingen die Wanderer zur Schlußeinkehr in das „Brauhaus“, wo man im Biergarten sich von der dreistündigen Wanderung erholen konnte.

Die Rückfahrt im Abendsonnenschein war nach dem „Gewusel“ im Bahnhof Stuttgart wieder erholsam.
hw