TAG DES OFFENEN DENKMALS

Tag des offenen Denkmals in Eningen

Am Sonntag, den 9. September lud die Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins ein zum Besuch von Gebäuden, die normalerweise nicht zu besichtigen sind und die als Denkmale und für die Ortsgeschichte von Eningen etwas Besonderes sind.

Zirka 60 Teilnehmer konnte Wanderführer Hermann Walz vor dem Spital begrüßen.
Das in den Jahren 1849/50 erbaute Gebäude war ein „Alten- und Siechenhaus“. Angegliedert war eine Beschäftigungsanstalt mit Suppenküche für arme Mitbürger. Nur mit äußerster Kraftanstrengung und mit Hilfe von privaten Stiftungen und staatlicher Kredite wurde dieser Bau errichtet.(s. Heimatbuch Gabriele Karus-Gaibler).
Mit starkem Interesse wurde der große Gewölbekeller bestaunt, der sich noch im Originalzustand befindet und auf eine Nutzung wartet.
Die Räume des Albvereins und das Besprechungszimmer des Fördervereins Eninger Kunstwege und der Kindergärten bekamen eine gute Note.

Die unter Denkmalschutz stehende Schillerschule aus dem Jahr 1915 kurz vor ihrem Umbau in ein Familien- und Kinderhaus wurde von mindestens 200 Menschen besucht, um sich von Ewald Schlotterbeck über die Geschichte und die künftige Nutzung als Familien- und Kinderhaus informieren zu lassen. Neben den großen Schulräumen, die zunächst für „Knaben“ genutzt wurde, je Klasse bis zu 100 Kinder, war das Lehrschwimmbecken, das Wannenbad, die Wohnungen für Hausmeister und Rektor, die moderne Warmluftheizung und die beiden Arrestzellen ein fortschrittliches Raumprogramm.
Der Rundgang ermöglichte einen Blick in das Anwesen der denkmalgeschützten Krüger- Villa, die im Jugendstil um 1905 der Fabrikant Eugen Burkhardt erbauen ließ. Der spätere Eigentümer Bankdirektor Krüger, nach dem zweiten Weltkrieg kommissarischer Bürgermeister, schenkte der Gemeinde einen Teil des Grundstücks, den heutigen Krüger Park. Hier wirkte die Künstlerin Gudrun Krüger. Ihre Kinder mit Familien bewohnen nun dieses schöne Gebäude.

Der ebenfalls denkmalgeschützte Bahnhof aus dem Jahr 1899 in der Bahnhofstraße 18 war der nächste Besuchspunkt.
Zunächst diente er als Haltepunkt der dampfbetriebenen Lokalbahn Eningen – Reutlingen (genannt das Büschelesbähnle). Nachdem das Projekt sich nicht rechnete, wurde alles von der Württembergischen Eisenbahngesellschaft übernommen und im Jahr 1912 elektrifiziert. So entstanden große Sheddach-Hallen auf dem heutigen Norma- Parkplatz, um die Straßenbahnwagen unterzustellen und zu pflegen.
Leider wurde der Betrieb 1974 von dem damaligen Eigentümer (Stadt Reutlingen) eingestellt.
Das von der Gemeinde Eningen erworbene Bahnhofgebäude wurde 1990 zum Gemeindejubiläum letztmals renoviert. Heute wird der Lagerschuppen als Abstell- und Rumpelkammer genutzt, das Erdgeschoß des Gebäudes ebenfalls. Zwei Wohnungen und der Keller sind vermietet.
Im Rahmen der Bürgerbeteiligung wurde über eine sinnvolle, zeitgemäße Nutzung diskutiert.

Anschließend fand am denkmalgeschützten Pavillon in der Raite (Türmle) aus dem Jahr 1905 die Übergabe der Skulptur“ Urmutter“ von Eduard Raach-Döttinger mit flotter Jazzmusik und Reden vor zahlreichen Zuschauern bzw. Zuhörern statt.
Es wurde in einem „Lustgarten mit Bäumen“ vom Hilfsstaatsanwalt Alfred Rall errichtet, wie aus einem historischen Lageplan zu entnehmen ist.
hw