In der Elsachstadt

Warum die Kelten die Steinzeitmenschen verdrängten –
Tageswanderung am 05.08.18

Am Sonntagmorgen begannen acht ‚hitzebeständige’ Wanderer mit Ingeborg Renk vom SAV Eningen ihre Tour auf schattigen Wegen vom Bahnhof Bad Urach über den Pfählhof und das Pfähler Tal zur Falkensteiner Höhle. Diese ist mit ca. 5 km eine der längsten der Schwäbischen Alb und eine aktive Wasserhöhle, d.h. Niederschläge sickern durch den Karst der Albhochfläche und bilden die Quelle der Elsach. Das Höhlenportal war seit alters her bekannt und bildete einen der Schauplätze (Huhkahöhle) im Roman Rulaman von David Friedrich Weinland. Auf schmalem Pfad ging es hoch auf die Alb, vor die Tore der einstigen ‚Elsachstadt’, die Teil des Heidengrabens ist, grösstes Oppidum der Spätlatènezeit (ca. 150-50 v.Chr.), in der Bedeutung durchaus vergleichbar mit der Heuneburg aus der vorangegangenen Hallstattzeit, jedoch weniger erforscht. Ausgrabungen, die aktuell fortgesetzt werden, brachten Funde früherer Besiedlung zutage, die bis in die Zeit um ca. 1.300 v.Chr. datiert werden können.
Die Einwohner der ‚Elsachstdt’ sollen Helveter gewesen sein, die sich aus der Stadt um ca. 50 v. Chr. wieder in ihr Ursprungsgebiet zurückgezogen haben. Gründe dafür könnten Bedrohung durch die Germanen, innerkeltische Streitigkeiten oder Seuchen gewesen sein. Die Kelten hatten Handelsbeziehungen zu Griechen und Römern und waren Meister in der Metallverarbeitung, d.h. sie waren den Steinzeitmenschen in der Kriegführung überlegen und haben sie deshalb verdrängt. Weiter ging es zur Ruine Hofen mit herrlichem Blick ins Schlattstaller Tal, wo die verdiente Mittagsrast eingelegt wurde. Danach erreichte die Gruppe entlang von Resten des Heidengrabens im Gebiet von Grabenstetten den bequemen Waldweg Richtung Bad Urach. Entlang dieses Wegs wurde noch der Kaltentaler See und die ‚Villa Hügel’ passiert. Der Name bezieht sich auf den Oberförster Freiherr von Hügel, der u.a. das Forsthaus als Treffpunkt mit Marie, der Tochter von König Wilhelm I., erbauen liess, mit der er in enger Verbindung stand. Bei dem Mitbegründer des Verschönerungsvereins bedankte sich vor über 150 Jahren die Presse für die Bemühungen und die umsichtige Fürsorge von Hügels für die Behaglichkeit des Fusswanderers durch Anbringen von Wegzeigern, Hinweistafeln und Ruhebänken. Im nahegelegenen Pfählhof saßen dann alle noch zur Abschlusseinkehr zusammen und tauschten sich über die vielen Ereignisse und Informationen des Tages noch einmal aus, bevor es endgültig in Richtung Eningen ging.

IR